FERTIG gehört zu den Gebärden, für die sich im Alltag immer wieder ganz natürliche Einsatzmöglichkeiten ergeben.
Fertig mit dem Essen. Fertig mit dem Spielen. Die Musik ist fertig. Das Hörbuch ist zu Ende.
Gleichzeitig kann FERTIG noch viel mehr ausdrücken als nur: „Etwas ist zu Ende.“
FERTIG – wenn etwas beendet ist
Eine einfache Möglichkeit, die Gebärde anzubieten, sind Situationen, in denen etwas tatsächlich endet.
Das Essen ist fertig zubereitet.
Das Spiel ist fertig.
Das Lied ist fertig.
Das Buch ist fertig.
Begleitest du das gesprochene Wort dabei immer wieder mit der Gebärde, erlebt das Kind FERTIG direkt in einer passenden Situation.
Und genau das erleichtert es, die Bedeutung einer Gebärde zu verstehen.
FERTIG – wenn das Kind selbst etwas beenden möchte
Besonders wertvoll wird die Gebärde, wenn ein Kind beginnt, sie selbst einzusetzen.
Beim Essen kann FERTIG zum Beispiel bedeuten: „Ich bin fertig mit dem Essen.“ Das Kind kann damit zeigen, dass es die Mahlzeit beenden möchte – auch wenn es eine Gebärde wie SATT noch nicht gezielt verwendet.
Genauso kann FERTIG beim Spielen, Musikhören oder bei anderen Beschäftigungen ausdrücken:
„Ich bin fertig.“
„Ich möchte nicht mehr.“
„Ich möchte jetzt etwas anderes machen.“
Damit bekommt das Kind eine weitere Möglichkeit, selbst mitzuteilen, wann etwas für es beendet ist.
Gerade deshalb ist FERTIG weit mehr als nur eine Gebärde für das Ende einer Beschäftigung. Sie kann ein kleines Stück Selbstbestimmung ermöglichen.
Mein Sohn gebärdet FERTIG auch dann, wenn er aus einer Situation weg möchte. Nach dem Motto "Ich bin hier fertig".
FERTIG kann Abläufe verständlicher machen
Auch Erwachsene können die Gebärde nutzen, wenn ein Kind auf etwas warten muss oder gerne schon mit der nächsten Aktivität beginnen möchte.
„Wir machen das erst noch FERTIG. Danach kommt das Nächste.“
Die Gebärde unterstützt dabei das gesprochene Wort und kann helfen, den Ablauf sichtbar und verständlicher zu machen.
Das macht FERTIG zu einer Gebärde, die sowohl beim Mitteilen eigener Bedürfnisse als auch beim Verstehen von Situationen und Übergängen hilfreich sein kann.
Einfach ausprobieren
FERTIG ist leicht auszuführen und es gibt im Alltag viele Gelegenheiten, die Gebärde ganz natürlich anzubieten.
Achte heute einfach einmal darauf:
Wann sagst du selbst das Wort „fertig“?
Genau dort kannst du beginnen, die Gebärde begleitend einzusetzen.
Ohne Abfragen. Ohne zusätzliche Übungssituation. Und ohne die Erwartung, dass das Kind sie sofort selbst verwendet.
Noch mehr alltagsrelevante Gebärden?
Im Adventskalender mit Gebärden kannst du in diesem Jahr noch mehr alltagsrelevante Gebärden kennenlernen. Denn in diesem Jahr war mir besonders wichtig, statt der üblichen weihnachtlichen oder winterlichen Gebärden diesmal solche auszuwählen, die euch weit über Weihnachten hinaus im Alltag begleiten können.